Die Teilungsanordnung - Immobilienbesitz testamentarisch aufteilen

12. April 2020

Mehre Immobilien, mehrere Erben - wer soll was bekommen? Was soll zusammenbleiben, was soll aufgeteilt werden und wie? Mit einer Teilungsanordnung gemäß § 2048 BGB kann der Erblasser im Testament oder Erbvertrag eine Anordnung treffen, wie Nachlassimmobilien bei der Auseinandersetzung unter den Miterben verteilt werden sollen.

Damit ist sichergestellt, dass der Begünstigte einen schuldrechtlichen Anspruch gegen die Miterben auf eine bestimmte Auseinandersetzung des Nachlasses erhält. Was bedeutet, dass Erblasser und Erbe sicher sein können, dass der Betreffende den für ihn bestimmten Gegenstand im Rahmen der Erbauseinandersetzung (die durchaus ohne Auseinandersetzung im Sinne von Streitigkeiten erfolgen kann) erhält. Beachtet werden muss hier der gesetzlich vorgeschriebene Teilungsmodus und die daraus resultierenden Erbquoten. Teilungsanordnung dienen dabei in erster Linie der technischen Durchführung der Erbauseinandersetzung.

Die Abgrenzung zwischen der Teilungsanordnung und einem Vorausvermächtnis bereitet in der Praxis häufig Schwierigkeiten, denn die beiden haben unterschiedliche Wirkungen und müssen im Testament klar formuliert sein. Die Teilungsanordnung soll keine Wertverschiebung herbeiführen. Falls es doch zu einer Verschiebung der gesetzlichen Erbquote durch die Aufteilung des Nachlasses kommen würde, wird bei einer Teilungsanordnung eine Ausgleichspflicht der Miterben untereinander ausgelöst.

Der Wertausgleich, der mindestens der Pflichtteil des Erbes sein muss, erfolgt durch Geldausgleich und richtet sich nach dem Wert der Immobilien. Und diesen genauen Wert - den ermittelt für Sie gerne ein Immobiliensachverständiger Ihres Vertrauens. Dann ist sichergestellt, dass Teilung und Wertausgleich auch im Falle einer strittigen Erbauseinandersetzung “wasserdicht” sind.

Teilungsanordnung